Für die Interview-Reihe „Channel Talk unplugged“ war Daniel Rossi vom Concerto-Team in Bassersdorf bei der MOORnetworks AG zu Besuch. Hier hat ihm der Inhaber und Projektleiter Thomas Moor ganz frei erzählt, wie sich sein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern auf dem Schweizer Markt behaupten kann und wie er die weiteren Aussichten für die Zukunft einschätzt. Zum Portfolio der Firma gehört neben Systemintegration, Support und Hardwareverkauf auch Technik für Rechenzentren.

Daniel Rossi: Gibt es einen Hersteller, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Thomas Moor: Wir arbeiten mit sehr vielen Herstellern zusammen. Hervorheben möchte ich die Thomas Krenn AG.

Aus welchem Grund sind Sie mit ihm zufrieden?
Diese macht eine hervorragende Arbeit. Sie liefern Massgefertigte Server in deutscher Qualität, die preislich sehr gut mithalten können.

Gibt es einen Hersteller, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
Vor allem Hersteller aus dem asiatischen Raum.

Wo genau sehen Sie das Optimierungspotenzial?
Die sind im Verkaufen gut und schnell, jedoch im Punkto Service und Support haben sie noch viel zu lernen. Das ist nun eben die Schattenseite unserer Schnelllebigkeit.

Gibt es einen Distributor, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Unser Hauptlieferant, Ingram Micro. Kabel und Zubehör beziehen wir vor allem bei Secomp.

Aus welchem Grund sind Sie mit ihm zufrieden?
Bei der Secomp haben wir den Vorteil, dass es gleich hier bei uns um die Ecke ist, und wir dadurch sofort etwas im Lager abholen können.

Gibt es einen Distributor, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
Optimierungspotenzial gibt es immer. Jedoch können wir heutzutage, bei einer ca. 96%igen Liefertreue, sehr happy sein.

Gibt es ein Produkt für Sie, wo die Marge noch okay ist?
Durchaus. Wir sind nicht die billigsten, jedoch wollen wir das auch nicht sein. Wir sind uns bewusst, dass die Qualität eines Produktes an erster Stelle steht. Wir verkaufen nicht unter dem Wert. Unsere Kunden schätzen die Fachkompetenz und den Service den sie bei uns bekommen.

Was halten Sie generell vom Online-Handel?
Das ist in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wir haben uns intern auch lange dagegen gewehrt. Dann haben wir uns das zweimal überlegt. Auch aus dem Wunsch des Kunden, haben wir dann einen Onlineshop eingerichtet. Es gibt jedoch wenige Kunden, unter 10%, die im Shop etwas aussuchen und dann autonom bestellen. Die anderen 90% rufen an oder schicken eine Email und sagen, bitte schicken sie mir das was ich brauche, sie kennen mich ja am besten. Unser Onlineshop ist somit eher ein Nachschlagewerk und eine Alternative um den Offerten-Aufwand zu reduzieren. Für die, die noch ein Geschäftslokal haben, ist es eine Chance, sich differenzieren können durch Support und Service vor Ort.

Was halten Sie von den Online-Preisvergleichsplattformen (z.B. Toppreise.ch)?
Ist ein Consumer-Produkt, dass gut ist zum schnell mal die Preise zu vergleichen. Ich nutze es als Privatperson auch. Im B2B Bereich ist es mangels Transparenz eher schwierig.

Wie beurteilen Sie ausländische Online-Anbieter (z.B. Amazon)?
Im elektronischen Bereich spüren wir Alibaba. Das hat mit den Versandkosten und der günstigen Produktion zu tun. Für unseren Bereich sehe ich keinen Impact.

Und sehen Sie hier eine Bedrohung für den schweizerischen Markt?
Für einige wird es sicher sehr schwierig. Jedoch bin ich der Meinung, dass alles, was den Markt belebt, grundsätzlich positiv ist. Es zwingt uns, zum Teil aus unseren starren Mustern auszubrechen.

Wie sind die letzten Geschäftsjahre verlaufen? Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
Wir haben ein ausgezeichnetes Jahr 2017 erlebt. Wir arbeiten zunehmend an Grossprojekten, dass unsere personellen Kapazitäten an den Anschlag bringen. Wir suchen hierfür auch Installationspartner wie zum Beispiel Elektriker oder Installateure. Zum Ausblick. Es gibt Schlagwörter wie die Industrie 4.0. Big Data ist ein Thema bei uns in den Rechenzentren. Dies sind sicher Herausforderungen, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Es wird sicherlich spannend und wir blicken mit Freude in die Zukunft.

Was ist Ihr „Erfolgsrezept“ im Kampf um Marktanteile bzw. was hebt Ihre Firma von Mitbewerbern ab?
Kundennähe, Innovation, Fachkompetenz und was ganz wichtig ist, ist ein eingespieltes Beziehungsnetz. Ich muss nicht alles selber machen können, jedoch sollte ich wissen, wen ich fragen kann oder wen kann ich dazu ziehen, um einen Auftrag an Land zu holen. Wir schauen auch immer voraus. So haben wir unser Rechenzentrum schon vor 10 Jahren gegründet. Wir führen heute Produkte ein, die wir in 2 Jahren auf den Markt bringen wollen. Dafür brauchen wir innovative Köpfe.

Haben Sie neue Dienstleistungen oder Produkte im Angebot?
Permanent. Wir passen unser Produktportfolio laufend dem Markt an. Vor allem im Bereich der Operativen Dienste verdoppeln wir in der Regel unsere Speicherkapazität alle 3 Monate.

Expandiert Ihr Unternehmen in der nächsten Zeit?
Ja, wir wachsen und sind immer auf der Suche nach neuen Partnern. Neue Mitarbeiter suchen wir aktuell aber nicht.

Haben Sie schon einmal über eine Nachfolgeregelung nachgedacht?
Das ist ein wichtiges Thema. Die Suche nach einem potenziellen Nachfolger läuft auch bereits.

Mit welchen Worten würden Sie Ihre aktuelle Geschäfts-Situation zusammenfassen?
Hochmotiviert! Wachstum kann man nicht erzwingen, wir dürfen dem Kunden vorleben, wie es geht.

Woher nehmen Sie die Kraft für den Alltag? Wie tanken Sie auf, um die Herausforderungen zu bewältigen?
Als Unternehmer ändert sich das Beziehungsnetz. Es sind dann auch im privaten Umfeld Unternehmer, mit denen man sich über das Unternehmen unterhalten kann. Dieses Umfeld gibt mir auch die Kraft! Das Arbeitsumfeld ist mir auch sehr wichtig. Auch jetzt hier mit Ihnen dieses Interview zu machen, ist für mich Lebensqualität. Wenn man selbst zufrieden ist, spüren dies auch die Gesprächspartner.

Haben Sie noch einen guten Witz oder einen Spruch, den Sie uns gerne mitteilen möchten?
Keep smiling :-)