Die PC AG in Widnau bedient als Systemintegrator und ERP-Anbieter vor allem KMUs und beschäftigt 17 Mitarbeiter. Auch einen B2B-Webshop für selektierte Kunden bietet das Unternehmen an. Geschäftsführer Thomas Segmüller und Mitglied der Geschäftsleitung Francois Rappo (CTO) haben Daniel Rossi vom Concerto-Team empfangen, um für die Reihe „Channel Talk unplugged“ ihre persönliche Einschätzung der Lage von ICT-Resellern auf dem Schweizer Markt zu schildern.

Daniel Rossi: Gibt es einen Hersteller, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Thomas Segmüller / Francois Rappo: Mit Sophos, Acronis, Microsoft und Lenovo sind wir zufrieden.

Aus welchem Grund sind Sie mit ihm zufrieden?
Wir sind keine Spurenwechsler. Wenn wir mal mit Herstellern zusammenarbeiten, bleiben wir diesen treu, sofern diese ihre Versprechen auch einhalten. Mit den oben genannten sind wir zufrieden. Es gibt jedoch immer und überall Optimierungspotenzial.

Gibt es einen Hersteller, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
Vor allem bei HP Inc.

Wo genau sehen Sie das Optimierungspotenzial?
Die Partnerschaftsbedingungen sind sehr umständlich. Hier müssen sie an Schulungen teilnehmen, die einem nicht sehr viel bringen, da diese eher für Neuankömmlinge ausgerichtet sind.

Gibt es einen Distributor, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Also, TechData und SCS (für exotische Produkte) sowie Infinigate und Alltron.

Aus welchem Grund sind Sie mit ihm zufrieden?
Mit diesen arbeiten wir sehr gut zusammen und es sind schon langjährige Partnerschaften. Bei Alltron ist eine gewisse Ambivalenz vorhanden, wegen der Brack-Geschichte. Dort stört uns, dass der Endkunde ein Produkt fast zum gleichen Preis wie wir Verkäufer bekommt.

Gibt es einen Distributor, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
BHS Binkert.

Wo genau sehen Sie das Optimierungspotenzial?
Da haben wir einmal was bestellt, vorausbezahlt und dann konnte das Produkt nicht geliefert werden. Bis wir das Geld zurückbekommen haben, ist etwa ein halbes Jahr vergangen.

Gibt es ein Produkt für Sie, wo die Marge noch okay ist?
Im Software Bereich (ERP) noch am ehesten.

Was halten Sie generell vom Online-Handel?
Onlinehandel ist nun mal da. Es ist der heutige Zeitgeist. Wir kaufen doch alle online ein. Mich persönlich stört der Retournierungs-Prozess und daher gibt es diverse Produkte, die ich – vielleicht atypisch – lieber vor Ort mit Beratung kaufe (z.B. Kleider, Schuhe).

Was halten Sie von den Online-Preisvergleichsplattformen (z.B. Toppreise.ch)?
Das ist ein Anhaltspunkt für den Endkunden, jedoch auch für uns. Es erscheinen zum Teil nicht ganz seriöse Anbieter zuoberst. Hier sollte der Endkunde schon gut darauf achten, wo er ein Produkt bestellt.

Wie beurteilen Sie ausländische Online-Anbieter (z.B. Amazon)?
Für unsere Branche sind die Auswirkungen schwer einzuschätzen. Wir spüren es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Und sehen Sie hier eine Bedrohung für den schweizerischen Markt?
Es wird sicher Bereiche geben, wo es Einfluss haben wird. Wie stark sich das in der IT durchsetzen wird, muss sich erst zeigen. Ich denke, es wird eher für Firmen mit wenig Beratungsleistungen wie z.B. Digitec schwierig werden. Für uns als Dienstleister sehe ich noch keine Bedrohung.

Wie sind die letzten Geschäftsjahre verlaufen und wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
Die letzten Jahre sind gut verlaufen. Nicht euphorisch goldgräberisch gut wie 1999/2000, aber gut. Die weitere Entwicklung sehe ich positiv, solange wir weiterhin einen guten Job machen. Es werden sicher keine einfachen, jedoch gute Jahre werden.

Was ist Ihr „Erfolgsrezept“ im Kampf um Marktanteile?
Gute Arbeit abliefern. Unsere Mitarbeiter sind unsere Visitenkarte. Wenn diese gute Arbeit leisten, werden wir auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen.

Haben Sie neue Dienstleistungen oder Produkte im Angebot?
Wir legen Gewicht auf Managed Services. Neben Monitoring und Backup kommt immer wieder mal ein neuer Service, bei dem wir Bedarf sehen, dazu. So führen wir aktuell ein Managed Workplace Angebot ein.

Expandiert Ihr Unternehmen in der nächsten Zeit?
Grosse Expansionspläne haben wir nicht.

Haben Sie schon einmal über eine Nachfolgeregelung nachgedacht?
Ja, doch aktuell suchen wir noch keinen Nachfolger.

Wie sehen Sie den aktuellen Business-Trend?
Anspruchsvoll, interessant und herausfordernd.

Woher nehmen Sie die Kraft für den Alltag? Wie tanken Sie auf, um die Herausforderungen zu bewältigen?
Ich mache viel Sport (4-6x pro Woche) und Familie. Uns ist es sehr wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter nicht verschleissen. Das heisst, wir schauen bei jedem Mitarbeiter individuell, was er braucht. Wenn jemand später zur Arbeit kommen muss, oder mal von zuhause arbeiten sollte, dann achten wir darauf, dies zu ermöglichen. Wir haben mehrere Mitarbeiter, die ihre Kinder mit betreuen und daher Teilzeit arbeiten (z.B. 80 oder 90% Pensen)

 

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