Das Unternehmen smart dynamic ag aus Bern betreut als IT-Systemdienstleister mittelgrosse Unternehmen in der ganzen Schweiz und beschäftigt 30 Mitarbeiter. Daniel Rossi vom Concerto-Team hat sich für die Reihe „Channel Talk unplugged“ mit Oliver Portmann, Leiter Innendienst, getroffen und ihn zu seiner Einschätzung der Situation der Schweizer Reseller auf dem sich stetig verändernden Markt interviewt. Er verrät, wo der Schuh drückt und was er von der Zukunft für die Branche erwartet.

Daniel Rossi: Gibt es einen Hersteller, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Oliver Portmann: Wir arbeiten mit allen, welche uns zufrieden stimmen, zusammen. Ich kann hier niemanden speziell hervorheben. Es läuft mit allen gut.

Gibt es einen Hersteller, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
Eventuell beim Hersteller Cisco, beim Produkt Meraki.

Wo genau sehen Sie das Optimierungspotenzial?
Hier gibt es keine Lagerführung in der Schweiz. Dies könnte man optimieren, indem man ein Lager in der Schweiz hätte. Die Lieferfristen betragen hier deshalb momentan ca. eine Woche. Dies ist in der heutigen Zeit schon etwas problematisch.

Gibt es einen Distributor, mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Ingram Micro.

Aus welchem Grund sind Sie mit ihm zufrieden?
Dieser ist unser Hauptdistributor für ca. 70% unserer Artikel. Hier stimmt die Zusammenarbeit sehr.

Gibt es einen Distributor, bei dem Sie Optimierungspotenzial sehen?
Nein, bis jetzt habe ich, auch wenn ich Artikel bei anderen Distributoren gekauft habe, keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Gibt es ein Produkt für Sie, wo die Marge noch okay ist?
Schwierige Frage! Bei Watchguard und NetApp stimmen die Margen noch.

Was halten Sie generell vom Online-Handel?
Onlinehandel braucht es natürlich, macht jedoch Partnern wie, uns zum Teil grosse Schwierigkeiten.

Was halten Sie von den Online-Preisvergleichsplattformen (z.B. Toppreise.ch)?
Diese Portale machen uns das Leben schwer, da Grosse wie z.B. Digitec dahinter stehen und Produkte unter unserem Einstandspreis anbieten. Als Privatkunde ist dies natürlich top! Um etwas zu suchen oder zu vergleichen, ist dies sicher ideal. Für uns ist Concerto ja nichts anderes.

Wie beurteilen Sie ausländische Online-Anbieter (z.B. Amazon)?
Für uns selber ist das noch nicht gross spürbar, muss jedoch unter Beobachtung bleiben. In Zukunft werden diese sicher auch unter den grossen Anbietern der Schweiz vertreten sein. Und wenn sie Gas geben, werden die jetzigen grossen Schweizer Anbieter ins Schwitzen kommen.

Und sehen Sie hier eine Bedrohung für den schweizerischen Markt?
Für uns selber nicht wirklich. Jedoch müssen sich Onlineplattformen wie z.B. Microspot und Digitec sicherlich warm anziehen. Dann fängt der Preiskampf nochmals von vorne an und die Margen fallen noch mehr in den Keller.

Wie sind die letzten Geschäftsjahre verlaufen und wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
Unsere Geschäftsabschlüsse der letzten zwei Jahre waren sehr positiv. Im Jahr 2016 hatten wir eine gute Umsatzsteigerung, welche wir dann im Jahr 2017 auch halten konnten. Die Entwicklung wird immer schwieriger, da immer mehr in Richtung Cloud geht. Daher verkaufen wir weniger Hardware als auch Software. Da wir jedoch mit etwas mehr als 50% mit Dienstleistungen arbeiten, sind wir sicherlich gut unterwegs.

Was ist Ihr „Erfolgsrezept“ im Kampf um Marktanteile?
Wir haben keine standardisierten Lösungen. Wir gehen auf die Kundenwünsche ein und erarbeiten so die für den Kunden beste Lösung. Wir können, zusammen mit Partnern, wirklich alles anbieten.

Was hebt Ihre Firma von der Konkurrenz ab?
Wir sind smart und dynamisch! Wir haben die Lösung – in jedem Fall.

Expandiert Ihr Unternehmen in der nächsten Zeit?
Nein, aktuell haben wir keine Expansionspläne für unser Unternehmen.

Haben Sie schon einmal über eine Nachfolgeregelung nachgedacht?
Eine Nachfolgeregelung ist für die Inhaber bis jetzt noch kein Thema.

Wie sehen Sie den aktuellen Business-Trend?
Auf Kunden eingehen! Nicht stehen bleiben! Sich stetig weiterbilden, damit wir dem Kunden auch immer das aktuellste anbieten können.

Haben Sie noch einen guten Witz oder einen Spruch, den Sie uns gerne mitteilen möchten?
Wie viele Softwareentwickler braucht man, um eine defekte Glühbirne zu wechseln?
Keinen. Das ist ein Hardwareproblem.

 

Dieses Interview wurde gesponsert von iiyama.