In der Reihe“Channel Talk unplugged“ berichtet Benjamin Schmid, Inhaber von Computer Repair Schmid & Partner AG, wie es um seine Situation als Reseller bestellt ist und wo ihn der Schuh drückt. Sein Unternehmen betreibt einen Online-Shop und führt Reparaturen von Geräten aus dem IT- und Unterhaltungselektronik-Bereich durch. Ausserdem unterstützt die Firma kleine und mittlere Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Netzwerkprojekten sowie beim Kauf von neuer Hard- und Software.

Daniel Rossi: Gibt es einen Hersteller mit dem Sie sehr zufrieden sind und warum?
Benjamin Schmid: Die Produkte von Hewlett-Packard haben mit guter Qualität überzeugt.

Gibt es auch einen Hersteller mit dem Sie gar nicht zufrieden sind?
Bei Produkten von Dell sind wir mit dem System unzufrieden. Wenn dort Probleme auftreten, ist kein telefonischer Ansprechpartner erreichbar.

Gibt es einen Distributor mit dem Sie sehr zufrieden sind?
Ich arbeite schon immer gern mit Ingram und Alltron zusammen und wurde bisher nie von ihnen enttäuscht.

Concerto Channel Talk unplugged / Benjamin Schmid von Computer Repair Schmid & Partner AG

Benjamin Schmid mit Daniel Rossi

Mit welchem Distributor sind Sie gar nicht zufrieden?
BHS Binkert hat zum Teil sehr lange Lieferzeiten auch bei Produkten, welche an Lager sind. Auch wurden dort Versprechen nicht immer eingehalten.

Gibt es einen Produktsektor, wo die Marge für Sie noch stimmt?
Die grösste Marge bietet prozentual im Moment noch der Verbrauchsmaterial-Bereich.

Was halten Sie generell vom Online-Handel?
Der Onlinehandel ist nicht mehr aufzuhalten, aber als kleiner Händler hat man ohne grosse Investitionen kaum Chancen, auf dem Markt zu bestehen. Wenn Amazon in die Schweiz kommt, wird es auch für die verbliebenen Händler gefährlich.

Was halten Sie von den Online-Preisvergleichsplattformen wie zum Beispiel Toppreise.ch?
Kleineren Händlern können solche Plattformen das Geschäft ruinieren. Denn die Dienstleistung wird in einem reinen Preisvergleich nicht berücksichtigt. Reine Versandhändler sind hier aber oft nicht flexibel, zum Beispiel bei Reparaturen. Ich habe 1994 selbst noch Bildschirme und Drucker repariert.

Wie beurteilen Sie ausländische Online-Anbieter wie zum Beispiel Amazon?
Solche Anbieter machen der Konkurrenz das Leben schwer. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Angebote aus dem eigenen Land kämen, da wir zum Beispiel noch eigene Stecker haben.

Sehen Sie hier eine Bedrohung für den schweizerischen Markt?
Auf alle Fälle, aber am ehesten noch im Kleidungs- und Schuhbereich. In meinem Segment sehe ich weniger die Gefahr, dass mir dadurch Marktanteile verloren gehen.

Wie sind die letzten Geschäftsjahre verlaufen und wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
Grundsätzlich bin ich zufrieden. Jedoch müssen Händler mehr bieten als früher, da auch langjährige Kunden mittlerweile nach dem Preis fragen. Es ist alles ein wenig schwieriger geworden. Ich schaue eigentlich nicht gross in die Zukunft, sondern arbeite mehr im Hier und Jetzt und mache einfach, was der Kunde verlangt. Dienstleistungen, wie wir sie anbieten, werden auch in Zukunft gebraucht werden.

Was ist Ihr „Erfolgsrezept“ im Kampf um Marktanteile?
Gesunder Menschenverstand. Alle unsere 6 Mitarbeiter geben jeden Tag das Beste. Wenn es Probleme gibt, dann hängen wir uns rein, bis wir eine Lösung gefunden haben. Das zehrt manchmal auch ein bisschen, aber anders geht es nicht! Wir müssen auch keine Werbung machen, da wir von unserer guten Arbeit leben.

Haben Sie neue Dienstleistungen oder Produkte im Angebot?
Wir verkaufen Originale Flugzugtrolleys ;-)

Expandiert Ihr Unternehmen in der nächsten Zeit?
Expansionspläne haben wir im Moment nicht.

Haben Sie schon einmal über eine Nachfolgeregelung nachgedacht?
Ja, doch aktuell ist noch nichts in der Richtung geplant.

Wie sehen Sie den aktuellen Business-Trend?
Wir haben eben erst eine Ausschreibung der Stadt Aarau gewonnen, somit sind die nächsten 5 Jahre gesichert. Der grösste Kunde ist die Kreisschule Buchs, diese haben sich nun allerdings mit der Schule Aarau zusammen getan. Deshalb ist es schwer abzuschätzen, wie es hier weiter geht – es könnte aber in eine gute Richtung gehen.

Haben Sie noch einen guten Witz oder einen Spruch, den Sie uns gerne mitteilen möchten?
Ein Informatiker stirbt mit 35 und kommt im Himmel zu Gott. Dann fragt er Gott, wieso muss ich schon mit 35 Jahren die Erde verlassen? Gott antwortet, Laut deinen Stundenrapports bist du bereits 85 Jahre alt. ;-)