Mit einem sehr frühen Osterfest hat der März 2016 den ICT-Resellern ein ganz besonderes Osterei ins Nest gelegt. Der Index liegt mit 71 Punkten leider deutlich unter Februar 2016 wie auch unter März 2015, wo aber Ostern in den April fiel.

Durch die wenigen Arbeitstage aber auch wegen den im Trend liegenden, sinkenden Handelsumsätzen ergibt sich ein sehr schlechter Monatswert.

Die bereits in den vergangenen ICT-ReSeller-Reports genannten Trend-Thesen haben sich bestätigt. Die neuen Rahmenbedingungen werden nun immer sichtbarer:

  • Es findet eine Umverteilung zwischen den Channels zu Lasten des ICT-Resellers statt.
  • Die Produkt-Hersteller rücken spürbar dichter an die Endkunden heran. Im März hat jetzt selbst Emmi als Milchverarbeiter eigene Läden angekündigt und geht vorsichtig, aber gezielt in direkte Konkurrenz zu ihren Vertriebspartnern.
  • Grosse Projekte im ICT-Umfeld werden zunehmend direkt mit den Herstellern abgewickelt. Die Hersteller beginnen die hierfür nötige Projektgrösse langsam nach unten zu schrauben.
  • Grösse wird weiter zum kritischen Erfolgsfaktor, nicht nur im Handel, sondern auch im Projektgeschäft. Neben ausreichend Volumen für günstige Beschaffungspreise und professionelle Effizienz können sich grössere Unternehmen auch deutlich einfacher Liquidität beschaffen. Gerade im ICT-Segment scheint deshalb die operative Marge nicht unbedingt Priorität zu haben. Das Vertrauen in die zukünftigen Geschäftschancen ist heute wichtiger, als Erfolg an der operativen Front.
  • Die Effekte des starken Frankens sind in den ICT-Produkten nun zwar eingepreist und die Preise haben sich in diesem Segment an das umliegende Ausland angepasst. Parallelimporte lohnen sich deshalb kaum noch, aber die Schweiz kann auch kein eigenes Preiskonzept mehr fahren. Daher werden die Schweizer Preise von der allgemeinen Deflation im EURO-Raum wohl zukünftig weiter nach unten mitgerissen.

ICT ReSeller Index März 2016 / Schweiz Gesamt

Trotz dem rückläufigen Handelsgeschäft ist die von uns erfasste Stimmung bei den ICT-Resellern gut. Neben der Bewertung der allgemeinen Stimmungsthese „Bislang läuft 2016 ganz gut bei uns“ wurden auch die beiden folgenden Kern-Fragen von einer deutlichen Mehrheit (je >70%) mit Ja beantwortet: „Im ICT-Handel läuft es bei uns im 2016 bislang spürbar schlechter als noch 2015“ und „Im Beratungsgeschäft können wir dieses Jahr gegenüber 2015 wachsen“.

Die neue Rolle des Händlers als ICT-Berater mit After Sales Services und Projektgeschäft kompensiert also die Verluste im margenschwachen Handel. Diese „Drei-Bein“-Strategie wurde bei vielen Händlern bereits erfolgreich umgesetzt. Die Belohnung sind die deutlich besseren Margen im Beratungs- und Projektgeschäft.

ICT ReSeller Index März 2016 / Schweiz Gesamt zum Vorjahr

Bericht auf IT-Markt.ch

 


Spezial-Workshop für Entscheidungsträger

Der  ICT-ReSeller-Index stösst durch die genauen Analysen und die konkreten Voraussagen auf sehr grosses Interesse. Daher wurde ProSeller vermehrt angefragt, ob auch vertiefte Diskussionen möglich sind.

Der erste ICT-ReSeller Trend-Workshop findet nun am Donnerstag, 16. Juni 2016 statt. Dabei werden nicht nur Markttrends und Handlungsoptionen ausgetauscht, sondern auch exklusiv die neusten Zahlen präsentiert.

Sind Sie Hersteller, Distributor oder Journalist eines Online-Portales und einer Zeitschrift aus der ICT-Branche und an einer Teilnahme interessiert? Dann melden Sie sich hier gleich an:

Ja, ich bin interessiert!

Freundliche Grüsse

Thomas Czekala
Verwaltungsrat der ProSeller AG


Zum ICT-ReSeller-Index

Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Mrd. Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag. Autor: Thomas Czekala, Verwaltungsrat der ProSeller AG / 03.04.2016
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