Der Februar scheint als Monat generell etwas Besonderes zu sein. Im 2015 war der Februar wegen den überzogenen Preisnachlässen der Distributoren nach dem Franken-Schock vom Januar überraschend gut. Der Februar 2016 ist hingegen überraschend schlecht. Mit einem Indexwert von 81 liegt er um 6% unter dem Vormonat und ganze 33% hinter dem Vorjahr. Zusammen mit dem guten Januar hält sich der Schaden aber in Grenzen. Die kumulierte Differenz zum Vorjahr beträgt erträgliche -11%, die in den nächsten Monaten noch aufholbar sein könnten.

ICT-Reseller-Index Februar 2016 / EntwicklungSchaut man sich die einzelnen Kategorien im Februar an, so liegt Software mit -12% zum Vormonat an der unteren Grenze und Komponenten mit +2% an der oberen Grenze. Die Berechnungsbasis ist aber ein saisonal üblich schwacher Januar.

In vergangenen ICT-ReSeller-Berichten hatten wir bereits einige Thesen aufgestellt, die sich nun beginnen abzuzeichnen. So ist eine Umverteilung zwischen den Channels zu Lasten des Resellers zu beobachten. Ebenso muss der Fachhandel seine Rolle im ICT-Umfeld neu definieren. Andere Branchen, wie z.B. Reisebüros, haben hier schon früher die Einschnitte einer neuen Zeitrechnung erfahren müssen. Auch rückt der Hersteller spürbar dichter an die Endkunden heran.

Die Grösse eines Handelsunternehmens wird ebenfalls ein zunehmend kritischer Erfolgsfaktor. Es braucht immer höhere Handelsvolumina und disziplinierte professionelle Effizienz um überhaupt profitabel zu sein. Auch sorgen der starke Franken und das nahe Ausland immer mehr für Parallelimporte. Diese erfolgten früher eher heimlich, sind heute fast salonfähig und werden oft sogar von Kunden gefordert.

Insgesamt scheint der ICT-Reseller trotzdem zufrieden zu sein, da er zunehmend auf drei Beinen steht. Neben dem immer schwieriger werdenden Handelsgeschäft wird das Service-Geschäft ausgebaut und mehr Gewicht auf Beratung gelegt.

ICT-Reseller-Index Februar 2016 / CH Gesamt

Befragt man die Reseller zur aktuellen Situation im Handelsgeschäft, dann sind Unsicherheit, eine aktive Veränderungsbereitschaft und die Suche nach der neuen Rolle des Händlers zu erkennen:

  • „Das Geschäft 2016 scheint spürbar besser zu laufen. Letztes Jahr hatten wir aber auch noch keinen Onlineshop.“
  • „Mit dem starken Franken kann man selber ohne Risiko mehr importieren.“
  • „Die Wirtschaft steht weiterhin wegen der generellen Unsicherheit, wie es weiter geht, auf der Bremse.“
  • „Die Situation bei Industrie- und Business-Endkunden scheint angespannt zu bleiben.“
  • „Die Privaten kaufen überraschend gut ein, leider lassen sie sich zu oft von uns nur beraten und gehen dann woanders hin für den finalen Abschluss.“
  • „Das Kundenverhalten hat sich in den letzten 12 Monaten extrem verändert. Immer mehr vergleichen und kaufen online.“
  • „Unsere Ladengeschäftskunden reagieren noch nicht so sensibel auf unsere höheren Preise. Jedoch gibt es immer wieder solche, die uns darauf ansprechen – hauptsächlich beim Einkauf von Verbrauchsmaterial.“
  • „ … die Geiz ist Geil-Einstellung der Endkunden und Verbraucher herrscht überall vor. Wer am billigsten anbietet, erhält den Auftrag.“
  • „Wenn der Endkunde im Retail oder im Internet günstiger einkaufen kann, als der Reseller beim Grosshändler, dann stimmt insgesamt etwas nicht mehr. Entweder die kleinen Händler werden als blöd verkauft oder dahinter steht die Absicht, den Markt auf wenige Grossverteiler zu konzentrieren.“

 

 

→ Bericht auf IT-Markt vom 9. März 2016

 


Spezial-Workshop vom 16. Juni 2016

Seit rund 16 Monaten informiert ProSeller monatlich über die Markttrends der Schweizer ICT-Branche. Der  ICT-ReSeller-Index stösst durch die genauen Analysen und die konkreten Voraussagen auf sehr grosses Interesse. Daher wurde ProSeller vermehrt angefragt, ob auch vertiefte Diskussionen möglich sind.

Der erste ICT-ReSeller Trend-Workshop findet nun am Donnerstag, 16. Juni 2016 statt. Dabei werden nicht nur Markttrends und Handlungsoptionen ausgetauscht, sondern auch exklusiv die neusten Zahlen präsentiert.

Sind Sie Hersteller, Distributor oder Journalist eines Online-Portales und einer Zeitschrift aus der ICT-Branche und an einer Teilnahme interessiert? Dann melden Sie sich hier gleich an:

Ja, ich bin interessiert!

Freundliche Grüsse

Thomas Czekala
Verwaltungsrat der ProSeller AG


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Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Mrd. Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag. Autor: Thomas Czekala, Verwaltungsrat der ProSeller AG / 04.03.2016
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