Nichts ist mehr normal. Leider wird das wohl bis auf Weiteres auch der neue Alltag sein – nicht nur für den ICT-Reseller in der Schweiz. Der April begann mit Aufstieg in Spitzengeschwindigkeit und endete mit einer rasanten Talfahrt, wobei das Ende noch nicht erreicht sein dürfte. Auch der ICT-ReSeller-Index muss sich leider in die Schlange der Überbringer schlechter Nachrichten einreihen. Mit einem Monatswert von noch 46 liegt der April um 33% unter dem März und dadurch auch um 12% unter dem Vorjahr.

Auch wenn der April saisonal immer unter dem März liegt, so ist der Verlauf dieses Jahr besonders hart. Die Gründe hierfür müssen wir nicht erläutern, denn die Medien sind randvoll mit Berichten über die Corona-Pandemie und den Auswirkungen der globalen Lockdown-Massnahmen.

Aufwärtstrend in Sicht?

Wer lange sucht findet aber auch kleine, positive Signale: Auf Tagesbasis verlangsamt sich der Absturz. Wer mutig ist, kann ein Plateau für Ende Mai prognostizieren, was leider deutlich unter dem Vorjahr sein wird. Optimisten erhoffen sich sogar ein Wachstum, sobald die bislang geschlossenen Geschäfte und Betriebe wieder geöffnet werden. In der aktuellen Situation sind aber zu viele Parameter in Bewegung und damit die Unsicherheit sehr gross. Berechnungen für Prognosen einer Situation, die mehr als zwei Wochen in der Zukunft liegt, überlassen wir den Glaskugelbesitzern.

Was jedoch sicher ist, sind die jetzt langsam beginnenden Lockerungen und folglich eine sich sehr wahrscheinlich beginnenden Wiederbelebung betrieblicher Aktivitäten. Auch werden sicher sehr viele versuchen, in den Alltagstrott der Vergangenheit einzuschwenken, als wenn nichts gewesen wäre. Wie bei einem Tsunami gibt es den meisten Schaden nicht durch die grosse, sichtbare Welle, sondern wird durch das zurückfliessende Wasser verursacht. Im vorliegenden Fall kommt nach dem Corona-Schock nun die Rezession.

Die nun als Folge von Corona nicht mehr abzuwendende Wirtschaftskrise wird trotz diverser staatlicher Hilfsmassnahmen für alle der nächste Schock werden. Sie wird tiefer ausfallen als alles, was jeder in den letzten 50 Jahren erlebt hat und sie wird vieles verändern.

Aufbruch in eine neue Zeit

Im Rahmen von Corona haben wir alle sehen können, dass Veränderungen durch einen starken Impuls viel schneller möglich sind, als die meisten gedacht haben. Home-Office oder auch virtuelle Schule wurden innerhalb von 2 Wochen vielerorts funktionsfähig auf die Beine gestellt. Mit der anstehenden Rezession wird es nun eine zweite Phase geben, in der alte Zöpfe abgeschnitten werden müssen, die sich bislang standhaft gegen eine Digitalisierung gesträubt haben.

Bislang analoge Recruiting Prozesse werden jetzt zum Beispiel viel einfacher digitalisiert werden können. Einerseits ist mehr Mut zur Transformation vorhanden, andererseits zwingt der Kostendruck zur radikalen Veränderung. So auch im E-Commerce: Sogar die Letzten haben sich zwangsweise an Online-Bestellprozesse gewöhnt und in den letzten Wochen Zeit zum Üben gehabt. Der stationäre Einzelhandel wird es zukünftig noch schwerer haben und mit dem Handel auch die Vermieter der City-Immobilien, ihre hohen Mieten zu rechtfertigen. Traditionelles Konsumverhalten wurde durch Corona verschoben, so dass in bislang boomenden Branchen bereits heute ein existenzieller Kostendruck besteht. Hotels, Fluggesellschaften, Restaurants, aber auch PKW-Händler müssen sich neu erfinden, wollen diese nicht gänzlich aussortiert werden.

In solchen Zeiten entstehen neue Stars und verschwinden alte Cash-Cows. Evolution findet besonders dann statt, wenn die Zeiten hart sind. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Automatisierung und Digitalisierung sich als gute Strategien im Überlebenskampf von Unternehmen bewährt haben. Dieser Trend wird auch durch Corona nicht in Frage gestellt.

ICT-Reseller und -Unternehmen, die im Umfeld von Automatisierung und Digitalisierung kompetent sind, werden deshalb auch keine langfristigen Probleme haben. Unternehmen und Funktionsbereiche, die bislang ihr Potential an Digitalisierung und Automatisierung bewusst oder unbewusst nicht ausgeschöpft haben, können jetzt mit einem Kraftakt die Gunst der Stunde noch nutzen. Aktuell herrscht Verwirrung und das nötige Geld für Investitionen ist fast grenzenlos verfügbar.

Andersherum sind die Prognosen für alle sehr schlecht, die jetzt einfach die guten alten Zeiten zurückwünschen und sich auch jetzt nicht aus ihrer Komfortzone herausbewegen wollen. Wer sich bei Gefahr in sein Schneckenhaus zurückzieht, kann nicht hoffen, als Held in die Geschichte einzugehen. Gerade jetzt kann durch wenige Massnahmen Grosses und Neues geschaffen werden.

Mit ProSeller die Krise zur Chance wandeln

Die ProSeller AG segelt seit 20 Jahren erfolgreich durch alle Stürme und Veränderungen der digitalen Welt. Dabei haben sich stabile Beziehungen zu Herstellern, Distributoren, Resellern und damit verbundenen anderen Dienstleistern entwickelt, mit denen ProSeller gemeinsam immer wieder neue Herausforderungen löst. Wir haben Spass an der Veränderung und freuen uns auf eine bessere Zukunft, die wir selbst gestaltet haben.

Thomas Czekala / Senior Partner ProSeller AGThomas Czekala
Senior Partner ProSeller AG
thomas.czekala@proseller.ch
Alfred Rossi
Geschäftsführer ProSeller AG
alfred.rossi@proseller.ch
Über die Autoren:
Thomas Czekala ist Partner, Gesellschafter und Verwaltungsrat der ProSeller AG. Er hat zudem Mandate verschiedener anderer Firmen im Umfeld von Digitalisierung, Marktplätzen und weiteren innovativen Trends. Zusammen mit dem ProSeller-Team baut er für Kunden neue Marktplätze auf und arbeitet an der Weiterentwicklung des firmeneigenen ProSeller B2B E-Commerce-Marktplatzes auf Concertopro.ch, der inzwischen ein jährliches Einkaufsvolumen von über 1,5 Milliarden Franken verarbeitet. Er berät und hält Vorträge zu Fragen der Digitalisierung und Transformation. Als zertifizierter SAFe 4 Agilist und ehemaliger Manager und Gesellschafter der Scout24-Gruppe beherrscht er die modernen Projektmanagement- und Führungsmethoden im unsicheren Innovationsumfeld und kann auf ein breites Feld von Erfahrungen zurückgreifen.
Alfred Rossi ist Gründer und Geschäftsführer der ProSeller AG. Mit dem Betrieb der digitalen Marktplattform Concerto gehört er seit 2001 zu den Vorreitern der digitalen Transformation. Reseller, Distributoren, Hersteller und Partner profitieren von seiner über 30-jährigen Erfahrung im Bereich Marketing-, Marketing-Automationen, Sales- und Marktplätze in mehreren Branchen. Während dieser Zeit hat er sich intensiv mit den Gegebenheiten, Gesetzmässigkeiten und Abläufen der Supply Chain «Hersteller-Distributor-Reseller-Endkunde» auseinandergesetzt. In den letzten 20 Jahren hat er sich als Spezialist im Fachgebiet Marktplätze, Big Data, E-Commerce, Digitalisierungen und innovative Geschäftsstrategien einen Namen gemacht.

 


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Der Index ist ein Service der ProSeller AG. Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag. Concertopro ist der führende Einkaufs-Marktplatz für professionelle ICT-Reseller in der Schweiz und wird von der ProSeller AG betrieben.
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