Der Juni liegt mit 57 Punkten um 3% über dem Mai 2018 und büsst 18% gegenüber dem Juni vom Vorjahr ein. Der Juni 2018 macht dort weiter, wo der Mai aufgehört hat und setzt den bereits bekannten Rückgang im Handelsgeschäft der ICT-Reseller fort. Bis und mit Juni steht nun ein kumulierter Index-Verlust von 16% zu buche.

Auch verbreitert sich das Sortiment des ICT-Resellers, so dass er nur noch 50% seiner Umsätze aus Computern und Computer nahen Artikeln generiert.

Externe Schuldige lassen sich immer finden – wie die vielen Feiertage im Mai und nun die Arbeitszeitausfälle durch die Fussball-Weltmeisterschaft. Deutsche Medien haben geschätzt, dass in Deutschland pro Spiel der dortigen Nationalmannschaft bei der WM ein wirtschaftlicher Ausfall von bis zu 200 Millionen Euro zu verbuchen ist.

Übertragen auf die Schweiz wäre diese Summe noch rund 25 Millionen Franken und bei drei Spielen im Juni folglich total 75 Millionen Franken. Beim ICT-Reseller-Channel zu verbuchen wären davon vielleicht 5 Millionen Franken Umsatzausfall, was bei einem monatlichen Channel-Umsatz von über 100 Millionen Franken zwar nicht extrem viel ist, aber zusätzlich im Juni sicher auch bremsend gewirkt hat.

ICT ReSeller Index Juni 2018 / Schweizer gesamt

Wie geht es weiter?

Mit der Schweizer Nationalmannschaft in der nächsten Runde wird auch der Juli von der WM weiter spürbar betroffen sein. Langfristig könnte aber die bei der WM gewonnene, positive Stimmung der Schweizer Gesamtwirtschaft und auch dem Reseller helfen.

Mittel bis langfristig setzt sich der grundlegende Wandel im Handel fort und wird in der Sortimentsstruktur zunehmend sichtbar. Die Kernsegmente des Channels mit Computern und Computer nahen Teilen wie Netzwerk, Storage und Komponenten liegen nun bereits bei nur noch 50% Umsatzanteil. Am härtesten trifft es das Sortiment Storage, das früher für fast 10% des Umsatzes gut war und nun noch bei 2% liegt. Cloud-Lösungen fordern ihren Tribut und sind ein Symptom des sich grundlegend verändernden Ökosystems für den ICT-Reseller.

ICT ReSeller Index Juni 2018 / Umsatzanteile

Händler müssen sich zu Gärtnern transformieren

Wie bei der biologischen Evolution muss sich auch der ICT-Reseller an Veränderungen seiner Umwelt anpassen, will er nicht aussterben. Der Wunsch, selber das Umfeld massgeblich zu prägen oder den geliebten Status Quo zu konservieren ist naiv.

Wer weiter nur in Deals denkt und jedem Verkauf hinterherjagt wird aussterben. Die Zeit der Jäger und Sammler ist auch vorbei gegangen und die Farmerkulturen haben das Rennen gemacht. Händler, die sich zum Service-Partner mit Gastgeberqualitäten wandeln und Neukunden nicht mehr den Bestandskunden vorziehen, werden auch zukünftig erfolgreich sein.

Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, bewusst andere Perspektiven zu erkennen und verstehen zu wollen. Nur so sind nötige Veränderungen zu erkennen und Anpassungsmassnahmen einzuleiten. Anders als in der Schweiz sind in den USA und auch dem grossen Kanton direktes, ungefragtes Feedback üblich, so dass dort andere und für einen selbst neue Perspektiven schneller sichtbar werden. Besser die Reseller schulen sich und ihre Teams im Perspektivenwechseln, bevor die eigene Perspektive vollständig ausstirbt. Für ein paar Eisbären wird es einen Platz im Zoo geben, aber nicht für einen einzigen Reseller.

Thomas Czekala, Verwaltungsrat ProSeller AGThomas Czekala
Verwaltungsrat ProSeller AG

Bericht IT-Markt
Bericht CEToday

 


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Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag.
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