Remo Baumeler berichtet uns noch einmal über die Einflüsse und Herausforderungen in dieser schwierigen Corona-Zeit. Daniel Rossi war in der Channel-Talk Interview-Reihe mit Remo Baumeler, Mitglied der Geschäftsleitung der InfoSoft Systems aus Luzern im Gespräch.

Daniel Rossi: Ist das Thema Home-Office in Ihrer Firma auch ein Thema?
Remo Baumeler: Ja, abslolut. Wir haben zwei Abteilungen. Die eine ist die Softwareentwicklung und die andere die Technikabteilung. Unsere Softwareabteilung ist natürlich komplett im Homeoffice, was auch kein Problem ist. Bei der Technik ist es schon etwas anders. Die müssen das Blech noch in die Hand nehmen und die Server und PC’s konfigurieren. Da haben wir das so umgesetzt, dass sie wo möglich ihre eigenen Büros haben, damit die Schutzmassnahmen so gut wie möglich umgesetzt werden.

Wenn ja, welchen Einfluss hat das auf die Arbeitsabläufe?
Am Anfang gab es natürlich gewisse Startschwierigkeiten. Doch mittlerweile da die Prozesse gut definiert sind, funktioniert es eigentlich sehr gut.

Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Es ist natürlich ein Anpassen und man muss flexibel sein. Wenn man z.B. ein Projektstand bespricht ist es ein wenig schwieriger, als wenn man vor Ort ist. Jedoch lernen wir mit dem Medium Videokonferenz umzugehen. Was ich durch das physisch getrennt sein merke, ist dass man gerne ein bisschen mehr, so wie in der Kaffeepause „pläuderlet“. Das finde ich aber auch positiv, denn man merkt, dass einem das Team doch ein wenig fehlt.

Sehen Sie das Home-Office für Ihre Mitarbeiter eher als temporäre Massnahme während der Corona-Zeit oder könnten Sie sich vorstellen dieses Arbeitsmodell auch darüber hinaus anzubieten?
Das haben wir auch schon diskutiert. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir das auch danach anbieten werden. Wie schon gesagt ist das nicht in jeder Berufsgattung gleich möglich. Jedoch geht das auch mal bei einem Techniker der ein Konzept für einen Kunden schreiben muss. Wir sind da sicherlich offen. Wir haben auch gemerkt, dass wir vom Fachkräftemangel betroffen sind und auch deshalb wollen wir unsere Firma öffnen und diese Flexibilität anbieten können. Damit auch die Leute mit verschiedenen Pensen oder mit Familie, usw. gerne bei uns arbeiten.

Was hat Sie am meisten gestört in den letzten Covid19-geprägten Monaten?
Es hatte natürlich einen starken Einfluss auf jeden von uns. Wenn man plötzlich nur noch Zuhause sein muss und seinen Hobbys nicht mehr nachgehen kann, habe ich festgestellt, dass die Lockerheit etwas verloren ging. Jedoch gehört dies nun mal zum Prozess.

Sind Sie mit den Lieferservices zufrieden oder wie sollten sich diese Angebote verbessern?
Wir haben natürlich schon auch gemerkt, dass gewisse Artikel die man gebraucht hätte, nicht mehr zur Verfügung gestanden haben. Vor allem bei Notebooks und Monitore war oder ist es schwierig. Hier muss man schauen, was ist die Alternative ist.

Was ist Ihre Einschätzung für die Zeit nach Covid, sollte sich alles wieder so normalisieren wie vor der Krise?
Ich denke, es wird sich einiges wieder normalisieren, jedoch wird es keinen identischen Stand wie vorher jemals wieder geben. Ich denke vor allem das Thema Remote-Work hat sich mittlerweile so etabliert, dass es nicht mehr wegzudenken ist. Es kann jetzt niemand mehr sagen, dass dies nicht funktioniert. Viele unserer Kunden haben sich in dieser Zeit auch Gedanken um ihre Prozesse gemacht und gemerkt, dass man einige Sachen eventuell mit einer Softwarelösung verbessern und vereinfachen kann. Hier durften wir sehr gute Sachen konzipieren und auch umsetzen.
Insbesondere ist unsere Einsatzplanungslösung für Verkehrsbetriebe sehr gefragt. Das Interesse für digitale Lösungen ist sehr hoch, was uns natürlich extrem freut und uns anspornt immer wieder neue Lösungen zu entwickeln.

Wird der Online-Trend anhalten oder gibt es eine Veränderung nach einer möglichen Normalisierung?
Ich denke wir sind da jetzt schon auf einem sehr hohen Niveau. Ich denke dieser Trend wird sich weiterführen und weitere Bereiche, die noch nicht so sehr im Onlinehandel tätig sind, erfassen. Viele die nun zum ersten Mal mit dem Onlinehandel in Berührung gekommen sind, dass ihr Lieblingsgeschäft geschlossen war, haben gemerkt, dass es sehr praktisch ist online zu bestellen. Wie viele wieder zurück gehen in den Einzelhandel, wird sich zeigen. Das Einkaufserlebnis kann der Onlinehandel natürlich nicht ersetzen, jedoch gibt es mittlerweile sehr gute Angebote.

Herzlichen Dank an Remo Baumeler für das spannende Interview.
Das zweite Interview mit weiteren spannenden Fragen mit Remo Baumeler

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Daniel Rossi
ProLead-Spezialist
daniel.rossi@proseller.ch