Im September sind wir in das normalerweise stärkste Drittel des Jahres gestartet. Mit lediglich 71 Punkten, bzw. +9% zum Sommerlochmonat August stellt sich diesmal aber leider keine spürbare Dynamik ein, wie wir sie aus den Vorjahren gewohnt sind. Der September liegt mit -23% folglich deutlich hinter dem Vorjahresmonat. Auch vergrössert sich die kumulierte Lücke im bisherigen Jahresvergleich per Ende Q3 auf rund -18%. Dies ist nochmal 3% schlechter als die -15% am Ende des zweiten Quartals.

Etwas mehr Dynamik gegenüber dem Sommerloch entwickeln konnten die Sortimentsbereiche „Komponenten“ (+21%), „Peripherie“ (+19%) und „Computer“ (+17%). Die Bereiche „Software“ (+4%), „Verbrauchsmaterial“ (+3%) und „Andere Artikel“ (-1%) bewegten sich eher flach-seitwärts.

Interessanterweise ist die Artikelgruppe „Computer“ bei all den schlechten Nachrichten in den letzten Monaten leicht besser in die Jahresend-Rally gestartet und kann kumuliert minimal die Lücke zum Vorjahr reduzieren. Damit steigt auch der Umsatzanteil von Computern im Verkauf beim ICT-Reseller wieder auf 37%. Wir erinnern uns, dass es im Mai nur noch 33% waren.

ICT ReSeller Index September 2016 Schweiz gesamt

Die kürzlich in anderen Medien kommunizierten Zahlen zur sehr guten Entwicklung des Druckermarktes in der Schweiz („….Absatzplus von sage und schreibe 17 Prozent ….“; Quelle: ITReseller vom 22.9.16) können wir in den Daten des ICT-Reseller-Index nicht nachvollziehen. Aus unserer Sicht scheint es sich um einen klassischen Vorzeichenfehler zu handeln, zumal alle anderen Länder in Europa entsprechend schlechte Entwicklungen vorweisen. Auch der rein qualitative ICT-Index der SWICO berichtet eher über eine sehr schlechte Lage mit negativem Ausblick für Imaging/Printing/Finishing.

Einmal mehr ist also keine Trendwende in Sicht auch wenn alle in der Branche darauf warten. Der Schweizer ICT-Reseller muss sich den bekannten Herausforderungen aktiv und auf Dauer stellen:

  • Preisverfall durch Überangebote und folglich Erosion der Marge
  • Mit den niedrigeren Preisen sinkt die Bereitschaft für teure Hardware-Reparaturen
  • Kunden nutzen zunehmend andere Einkaufskanäle inklusive Grauimporte
  • Früher wichtige Produkte haben ihren Zenit erreicht und verlieren an Bedeutung (z.B. Storage)
  • Es ist kein Artikelbereich für den Händler zu erkennen, der die Absatz-Umsatz-Margen-Verluste irgendwie auch nur annähernd kompensieren könnte.
  • Mit abnehmenden Volumen verschlechtern sich die Einkaufs- und Partnerkonditionen beim Distributor und Hersteller, so dass die Marge zusätzlich schlechter wird.

Und nun…. so weiter?

Natürlich könnte sich jeder Reseller freiwillig und demütig dieser Abwärtsspirale fügen und daran zu Grunde gehen. In welcher Situation er sich befindet und wie seine individuelle Prognose bei Fortführung seiner aktuellen Strategie für die nächsten Jahre ist, könnte er über den „ICT-Reseller-Health-Check“ relativ einfach und genau ermitteln.

Auch gibt es Wege aus diesem Negativ-Verlauf heraus. Je später aber ein Kurswechsel unternommen wird, desto weniger Optionen ergeben sich und desto schlechter sind die Prognosen. Jeder kennt das aus dem Gesundheitsbereich: Schwere Krankheiten sind bei früher Diagnose oft heilbar oder zumindest in ihrem Verlauf sehr gut steuerbar. Kein vernünftiger Mensch versucht sich alleine von Krebs zu heilen. Viele Reseller glauben aber, dass sie allein und ohne Hilfe den Turn-Around schaffen, auch wenn die Finanzkennzahlen immer schlechter werden.

→ Bericht auf inside-channels.ch
→ Beiträge auf IT-Markt
→ Beiträge auf CE today
 


Zum ICT-ReSeller-Index

Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Mrd. Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag. Autor: Thomas Czekala, Verwaltungsrat der ProSeller AG / 01.10.2016
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