Noch ist vielen Resellern nicht klar, wie gross die Bedrohung durch die grossen Markplätze wie Amazon Business ist. B2B-Kunden, welche via Schnittstelle alles direkt über Amazon Business einkaufen können, brauchen keinen Schweizer Handelspartner mehr. Ein Interview von Swiss IT-Reseller mit Alfred Rossi, Geschäftsführer von ProSeller, Andy Huber, Leiter von Brack.ch Business und Roland Silvestri, SEO von Secomp zeigt die Facts und (noch) Chancen im Schweizer B2B-Business.

Reseller wie auch Distributoren sollten sich jetzt rüsten. Denn dass B2B-Kunden alles auf Amazon Business einkaufen, ist in anderen Ländern bereits an der Tagesordnung… und die Schweiz ist keine Insel. Denn durch den Anschluss an diesen Marktplatz kauft der B2B-Kunde alles aus einer Hand – gleichzeitig kann er seine Prozesse optimieren. Wer dann diese B2B-Kunden nicht verlieren will, steht unter Zugzwang und muss ebenfalls auf diesem Marktplatz vertreten sein.

Es ist höchste Zeit zu handeln

«Als ProSeller sehen wir, dass wir in der Schweiz verschlafen haben», stellt Alfred Rossi klar. Beide anderen Interview-Partner sind der gleichen Meinung wie der Betreiber der digitalen Marktplattform Concerto Buy. Amazon kommt, jetzt auch im B2B-Bereich. Die ProSeller-Redaktion hatte bereits in den vergangenen Monaten mehrmals über die Amazon-Gefahr im B2B berichtet.

Bisher nutzen Schweizer Käufer statt Amazon noch Google für die Produktsuche, noch haben auch B2B-Shops eine gute Chance. Daher sollten Schweizer Reseller diese nutzen und sich gut positionieren, solange Zeit bleibt. Bis anhin sind die Chancen noch intakt, B2B-Kunden zu binden – am besten mit Mehrwerten, optimierten Kundenportalen und Schnittstellen ins eigene ERP. Jedoch fehlen bei vielen Schweizer Resellern die Schnittstellen oder sogar die Bedürfnisse, Schnittstellen umzusetzen – selbst wenn diese vom Kunden gewünscht werden.

Warum kann Amazon Business gefährlich werden?

Reine IT-Handelsgeschäfte werden im B2B-Bereich zunehmend schwieriger. Viele B2B-Kunde wollen alles aus einer Hand – inklusive Logistik. Gutes Geld verdienen lässt sich im B2B-Bereich im Moment vor allem durch ein umfassendes Sortiment und durch zusätzliche Dienstleistungen.

Amazon ist bereits alles in einem – neben Hersteller, Distributor und Software-Entwickler auch Reseller sowie Anbieter von Webservices. Zudem verfügt Amazon Business über die nötigen Schnittstellen. Sobald Amazon Business es schafft, wie Zalando Next Day-Lieferungen anzubieten, könnte es noch kritischer werden. Die Interview-Teilnehmer sind sich zudem einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Amazon auch Beratungen anbietet.

Weitere Details zum Interview finden Sie in der Printausgabe von Swiss IT-Reseller.

Kommentar der Redaktion:
Es ist schon 5 nach 12

Seit «Urzeiten» rät ProSeller: Schweizer Reseller aufgewacht! Bereits damals war ProSeller bewusst, dass wir Schweizer handeln müssen, um dem Marktplatz Schweiz längerfristig eine Chance geben zu können. Denn schon 2016 haben Amazon, Alibaba und Mercateo kontinuierlich Marktanteile abgegraben. Schon seit Jahren ist klar, wer nicht aufwacht, ist bald out. Ganz nach diesem Motto besser spät als nie, wollen wir die Schweizer Reseller nochmals wachrütteln.

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Ja, wir wollen auch Erfolg im B2B-Online-Business!