Haben Sie Facebook als Unternehmen schon im Einsatz? Begeistert? Oder vielleicht ein bisschen kritisch – weil es viel Zeit nimmt und Resultate ausbleiben? Das Gefühl, es reagieren immer die gleichen 7 Leute, die aber derzeit gut bedient sind und keine neuen Aufträge zu vergeben haben? Dann ist es Zeit, sich mit den wirksameren Funktionen auseinanderzusetzen.

Sam Steiner
, Social Media Profi, verrät Ihnen drei praktische Tipps:

Facebook versus Google

Zuerst muss ich eine kleine Basis legen: Niemand kauft sofort. Niemand entscheidet in einem Schritt.

Im Durchschnitt sagt man, dass es 7 Kontaktpunkte braucht, bis jemand soweit ist und eine Handlung durchführt. Sei es ein Kauf in einem Webshop oder eine Offertanfrage.

Die 7 “Begegnungen” haben unterschiedliche Ziele. Wenn man das missachtet, hat man wenig Rückmeldung im Online-Marketing (eigentlich überall im Marketing).

Ich teile diese unterschiedlichen Ziele der Kontaktpunkte in 3 Gruppen ein: “Gesehen werden” (SEE), “Sich mit Angebot beschäftigen” (THINK) und “Handlungsphase” (DO). Ich habe einiges ausführlicher darüber geschrieben in meinem Artikel „Zeit sparen mit Social Media“.

Aber wichtig zu erkennen ist hier: In der “Gesehen werden”-Phase kann man mit Google AdWords auf den Suchresultaten von Google wenig bis nichts ausrichten. Das sind Menschen, die noch gar nicht nach unseren Lösungen suchen.

In der “Gesehen werden”-Phase brauchen wir Social Media

Hier brauchen wir Social Media Plattformen – und Facebook ist mit 4 Millionen Nutzern in der Schweiz da mit grossem Abstand vorne. Auch bietet uns Facebook sehr gute Möglichkeiten, von heute auf morgen tausende Menschen aus unserer Zielgruppe anzusprechen – unabhängig davon, wieviele “Fans” meinem Unternehmen auf Facebook folgen!

In der zweiten Phase kommt Google AdWords (Anzeigen in Google) ins Spiel. Was man hier verstehen sollte: Die beiden Systeme – Facebook und Google – funktionieren viel besser, wenn man sie kombiniert. Ich kann den Nutzen von Google AdWords durch einen geschickten Einsatz von Facebook steigern und umgekehrt.

Aufgabe: Weg des Kunden aufzeichnen

Zeichnen Sie einen optimalen Weg eines neuen Kunden auf. Und überlegen Sie sich geeignete Inhalte für die verschiedenen Schritte.

Zuerst ist jemand eine Person aus Ihrer Zielgruppe, die sich noch keine Gedanken macht zu Ihrem Angebot. Die Person kennt Sie und Ihre Lösung noch nicht. Welche Inhalte braucht eine solche Person? Sicher keine technischen Details. Sie wollen erst mal GESEHEN werden. Video ist ein sehr geeignetes Format in dieser ersten Phase.

Hat die Person das Angebot gesehen, ist ein erster Schritt gemacht. Die Person ist trotzdem noch nicht bereit, zu kaufen. Sie hat sich noch nicht mal Gedanken dazu gemacht, ob das Angebot gut passen würde. Welche Inhalte braucht eine solche Person, um anzufangen, sich zu überlegen, ob das Produkt zu ihr passt? Hier beschreiben Sie die Vorteile (nicht technische Details). In dieser Phase eignen sich auch Inhalte zu häufig gestellten Fragen. Sie wissen, welche Fragen, sie oft hören. Beantworten Sie diese online, gut für Auffindbarkeit formatiert. Denn in dieser “Nachdenk-Phase” wenden sich viele an Google.

Zu guter Letzt: Räumen Sie auf. Wenn jemand in der “Handlungsphase” ist, dann sollte diese Person auf den ersten Blick auf der Website sehen, wo sie hinblicken soll. Käufer sollten gut durch den Prozess geführt werden. Stichworte dazu sind die sogenannten “Calls to Action” oder eben Handlungsaufrufe. Vereinfachen Sie diesen Prozess radikal. Sichtbarere Schaltflächen, weniger Ablenkung, möglichst so, wie man sich es heute gewöhnt ist, möglichst wenige Formularfelder – jede Hürde überdenken und wenn möglich eliminieren.

Wo hilft jetzt Facebook?

Wenn Sie diese Aufgabe gemacht haben, haben Sie schon eine gute Basis. Vielleicht fragen Sie sich, was das genau mit Facebook zu tun hat. Gute Frage: Die Aufgabe dient Ihnen auch ganz generell für Ihr Online-Marketing. Wenn Sie Schlussfolgerungen daraus ziehen, werden Sie online mehr Kunden gewinnen.

Aber jetzt kommen die starken Zielgruppen-Funktionen von Facebook ins Spiel. Ich fordere Sie zu einem neuen Facebook-Experiment heraus. Weg von der Zeitverschwendung, hin zu Automatismen, die Sie – sobald Sie diese eingerichtet haben – täglich unterstützen! Sie sparen jeden Tag Zeit und verlieren weniger potentielle Kunden.

Facebook-Experiment

1) Video an die Zielgruppe

Erstellen Sie ein Video, das eines Ihrer Angebote einfach nur mal zeigt. Nicht werberisch, sondern spannend/unterhaltsam. Es geht nur darum, Menschen, die es noch nicht gesehen haben aufmerksam zu machen. Sie müssen nicht versuchen, verkäuferisch zu sein. Bewerben Sie das Video an ca. 300’000 Menschen, die ähnlich sind, wie die Besucher Ihrer Website. Das macht man mit einer sogenannten “Lookalike Zielgruppe”. Ich empfehle, als Budget dafür im ersten Experiment mal CHF 50 einzusetzen.

2) Video-Betrachter nochmal ansprechen

Viele der 300’000 Menschen in der gewählten Zielgruppe werden das Video nicht allzeit schauen. Das ist OK. Sie können aber mit den Facebook Video-Zielgruppen nun all diejenigen ansprechen, die das Video zu 70% geschaut haben. Zeigen Sie diesen Menschen einen Inhalt auf Ihrer Website, das zu der Nachdenkphase passt (siehe Ihre Notizen zur obigen Aufgabe)! Hierfür setzen Sie nochmal ca. CHF 50 ein.

3) Besucher Ihrer Website ansprechen

In Facebook können Sie zum Beispiel (mit der Zielgruppen-Funktion) Menschen ansprechen, die auf Ihrer Website sich die häufigen Fragen angeschaut haben. Sie wissen jetzt, dass das Menschen sind, die in der Nachdenk-Phase sind. Bisher haben Sie nichts gemacht mit diesen Menschen – jetzt können Sie diese an Ihr Angebot erinnern. Da empfehle ich, eine permanent laufende Kampagne zu machen mit einem Tagesbudget von vielleicht CHF 5.

Natürlich schauen wir diese Schritte (und vieles mehr) im Facebook-Tageskurs ganz praktisch an. Ich erlebe immer wieder, wie Unternehmen die Augen auf gehen, wenn sie erfahren, was alles wirklich möglich wäre – statt einfach nur lustige Bilder veröffentlichen zu müssen. Wir können das System einmal einrichten und wie eine Maschine laufen lassen.

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Sam Steiner
alike.ch
Social Media Agentur für KMU