Trotz Ferienzeit und Hitzewelle liegt der Juli 2018 mit 58 Punkten knapp 1% über dem Vormonat. Wie seine Vorgänger setzt aber auch dieser Monat den rückläufigen Trend im IT-Handel fort und muss ein Minus von 12% gegenüber dem Juli-Index des Vorjahres vorweisen. Ein Lichtblick ist der stabil bleibende, kumulierte Index-Verlust bis Ende Juni von 16%. Neben dem Handel fordert auch die dritte Runde der Transformation die IT-Reseller. Reseller mit aktivem Change-Management haben hier die Nase vorne.

Auch wenn der aus mehreren Faktoren zusammengesetzte ICT-Reseller-Index insgesamt nicht unbedingt freundlich verläuft, so entwickeln sich einige Teilaspekte durchaus positiv. Zum einen hält sich der Umsatz besser als der Absatz, so dass der ICT-Reseller-Umsatz-Index für Juli „nur“ 4% hinter dem Vorjahreswert liegt. Wie bereits in früheren Kommentaren beschrieben, ist dies eine Folge des gestiegenen Durchschnittspreises je verkauftem Artikel.

ICT ReSeller Index Juli 2018 / Schweiz gesamt

Zum anderen hat der Reseller im 2018, verglichen mit den Vorjahren, spürbar weniger Schwankungen in seinem Geschäftsverlauf. Lag die Volatilität im turbulenten 2015 noch bei 13,5 so ist sie seitdem jedes Jahr geringer geworden. Im 2016 war diese bei 9,4 und sank im 2017 auf 7,8, um dieses Jahr per Ende Juli noch bei 6,8 zu landen.

Wie geht es weiter?

Für den nächsten Monat ist die statistische Erwartung relativ klar: Der August ist gemäss der ICT-Index-Datenbank immer der schwächste Sommermonat. Mit der aktuellen Hitzewelle wird sich wohl auch das Jahr 2018 nicht anders verhalten und eventuell sogar noch einen zusätzlichen Dämpfer bekommen.

Auch wenn der Index-Verlauf einen Rückgang im Handelsgeschäft beim Reseller messbar abbildet, so darf doch nicht übersehen werden, dass die Schweizer ICT-Reseller alle zusammen immer noch deutlich über eine Milliarde Franken an Handelsgeschäft umsetzen. An dieser doch recht imposanten Grössenordnung wird sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern.

Digitale Transformation kommt in ihre dritte Phase

Viele Reseller haben bereits massiv in die Digitalisierung investiert und sind dabei, ihre Prozesse weiter zu automatisieren. Oft ziehen sich diese Veränderungsmassnahmen deutlich länger hin als geplant. In unseren Managed Service- und Beratungsprojekten bei diversen Schweizer Resellern stellen wir deshalb eine gewisse Transformationsmüdigkeit fest.

Auch müssen nicht nur die Reseller, sondern auch viele ihrer Kunden erkennen, dass die digitale Transformation weder eine einmalige Aktion, noch mit der Einführung eines IT-Tools erledigt ist. In Technik zu investieren ist noch einfach. Auch das eigene Prozessmodell in die neue, digitale Zeit zu führen, erscheint auf dem Papier noch machbar. Am Ende aber steht der Mitarbeiter an der Front, der sich ebenfalls verändern muss. Diese dritte Phase der Veränderung ist offensichtlich von vielen übersehen oder unterschätzt worden.

Sich einem digitalen Prozess unterzuordnen, ohne diesen ausreichend zu verstehen, oder nicht mehr wie bislang gewohnt zur Not manuell steuernd eingreifen zu können, ist eine grosse Herausforderung. Aktives Change-Management wird zukünftig sowohl beim Reseller als auch bei und mit seinen Kunden die Arbeit bestimmen. Ohne eine erfolgreiche dritte Phase der digitalen Transformation müssen die hohen Investitionen in IT-Tools sowie Aufwände in Prozessanpassungen abgeschrieben werden. Die zukünftig im Wettbewerb nötige, digitale Gesamtreife kann nur erreichen, wer alle drei Phasen immer wieder erfolgreich meistert.

Thomas Czekala, Verwaltungsrat ProSeller AGThomas Czekala
Verwaltungsrat ProSeller AG

Bericht IT-Markt
Bericht CE Today

 


Zum ICT-ReSeller-Index

Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken bzw. rund 20’000 Abfragen pro Tag.
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